Freitag, 19. Dezember 2014
Wir gehen nicht ganz allein
Groß war die Angst, dass unsere Kinder anfangs in der Schule bei Schwierigkeiten nicht zurechtkommen werden, die sprachliche Barriere kann man nicht wegdiskutieren.

Und so kam es, dass wir im VHS-Kurs "Schwedisch" eine Kommilitonin des Studiengangs "Pädagogik der Kindheit" trafen, die ebenso nach Schwerden wollte, um dort ein Praktikum zu machen.
Da man sich ja untereinander hilft, gab ich ihr die Telefonnummer der Schule, die unsere Kinder in Schweden besuchen werden. Vielleicht könnte sie dort in ihr Praktikum machen. Gesagt, Gefragt, Geschehen!

Wir gehen also nicht allein, kurze Zeit vor uns geht eine Kommilitonin und wird ihr P2-Praktikum in der Schule und deren OGS ( nennt sich Fritidshem) machen. So ist in der Anfangszeit eine deutschsprachige Hilfe vor Ort!!

Danke ;) Das beruhigt!!

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Ein erstes Mal Abschied nehmen.. und es ist gar nicht einfach
Gestern hatte unsere Tochter das letzte Mal Training un ihrem Sportverein. Ein Haufen Mädels, die begeistert Leistungssport betreiben, gemeinsam Wettkämpfe durchstehen und stets für den anderen da sind. Ein Vereinssport den man wirklich als etwas Besonderes beschreiben darf. Dementsprechend schwer war der gestrige Tag.
Seit fast 2 Jahren ist sie im Verein, und sie ist eine der jüngsten. Natürlich kann sie zurückkommen im Sommer... aber 6 Monate sind eine lange Zeit, wenn man sonst schon an 4 Wochen Sommerpause zu Grunde geht.
Schon als ich die kleine gestern von der Schule abholte, war die Stimmung gedrückt. Erste Tränchen flossen, bei dem Gedanken an das letzte Training. Zu Hause hatten wir zuvor Elchkekse und Kekse mit ihrem Namen gebacken.
Nun zog sie sich schon lange vor Abfahrt zum Training ihre Mannschaftskleidung an. Wir Mädels fuhren extra allein, denn es war zu erahnen, dass dies kein leichter Abend wird.
Beim Training angekommen, wurde sie schon in der Umkleide von einigen Mädels stürmisch begrüßt.. immerhin war sie eine Woche krank und man hatte sich eine 1 Woche nicht gesehen.
Diesmal sollte ich beim Training dabei bleiben... allein war es ihr die Situation zu schwer.
Kaum in der Halle, wurde sie freudig begrüßt. "Endlich bist du wieder gesund" !!.. Nach einer Woche.. mein Magen zog sich zusammen.
Während des Aufwärmens klopfte es an der Hallentür... und der Weihnachtsmann trat ein. Oh man... was nen Abgang, ging mir durch den Kopf.
Der Verein hatte den Mädels und Trainern einen Besuch des Herrn in Rot beschert. Es gab also kleine Geschenke und ein tolles Erinnerungsfoto.
Am Ende des Trainings war es dann soweit.. die kleine Maus verteilte die Kekse, erklärte nochmal, wie lange wir nun weg sind und was wir in der Zeit machen werden. Es gab viele Umarmungen und ich sah von weitem, dass sie noch eine Schleife ins Haar gesteckt bekam ( dies ist ein besonderer Teil der Uniform, und nicht jede hat eine eigene Schleife ).
Zum Ende des Trainings kamen Eltern und ich musste immer wieder neu erklären, warum wir uns nun verabschieden. Auch ich bekam noch den ein oder anderen Knuddler, zig Anfragen "bist du bei Facebook, hört man da von euch"... Und ich merkte immer mehr, wir es auch mir langsam den Hals etwas zuschnürte.
Als ich die kleine aus der Umkleide in Empfang nahm und sah, dass die Schleife auch noch personalisiert war, zwickte es gewaltig in der Magengegend und die Tränensäcke füllten sich langsam.
Stark sein, dachte ich, es fällt der kleinen Maus schon schwer genug. Und so wünschten und Mädels, Trainer und Eltern Frohe Weihnachten, einen Guten Start, ganz viel Spaß.. und ja.. und Frohe Ostern und einen starken Sommeranfang.. und viele tolle Erlebnise und und und.... Und irgendwie wurd klar, die Zeit wird lang.
Zurück im Auto war es zu spät... Mama und Tochter schluchzten eine Runde und wussten immerhin:

Es ist ganz schön schwer Abschied zu nehmen, auch wenn man sich ja eigentlich sooo sehr freut!

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Freitag, 5. Dezember 2014
Schweden - ein Abenteuer nimmt seinen Lauf
Hallo! Hier möchten wir unser persönliches Abenteuer, 6 Monate Arbeiten und Leben in Schweden, für alle Daheimgebliebenen festhalten.

Um was geht es ?

Ich bin 33 Jahre alt, studiere an der Fachhochschule den Studiengang "Soziale Arbeit". Wie man an meinem Alter sieht ist das nicht die erste berufliche Etappe in meinem Leben, eigentlich habe ich mal Fotografin gelernt. Ein wunderschöner Beruf, in dem es allerdings sehr schwer ist auch finanziell zu überleben. Nach vielen und langen Abwägungen habe ich einen meiner Träume (nämlich das Studium) inzwischen angegangen.

Zu diesem Studiengang gehören mehrere Praktika, eines davon nennt sich P2 - umfasst 60 Arbeitstage in einer sozialen Einrichtung.

Praktika kann man an vielen Stellen und Orten finden, aber wenn schon Träume verwirklichen, dann alle!

Und schon seit 2003 träumen wir ( das sind mein Mann und ich ) von einem Aufenthalt in Schweden. Lang hats gedauert, viele Überlegungen und Abwägungen hat es gebraucht, aber nun steht alles ( 11 Jahre später) !!

Warum Schweden?
Weil uns dort das in erster Linie vermeintlich bessere Schulsystem reizt. Nach mehreren Besuchen reizt nun natürlich auch die wunderschöne Landschaft und der Platz! Mit der schwedischen Mentalität sind wir bisher gut zurecht gekommen und so hat uns bisher nichts diesen Traum wirklich kaputt machen können.


Inzwischen haben wir Kinder und es wird Zeit das Schulsystem zu testen!

Es kommen also mit nach Schweden :
Ich
Mein Mann, 38, Dachdecker mit Zimmereierfahrung
Sohn, 7 Jahre, Grundschüler 2. Klasse
Tochter, 6 Jahre, Grundschülerin 1. Klasse
Hund, 8 Jahre, von Beruf Bär

Nach einigen Emails und Telefonaten zu Bewerbungszwecken bekam ich Ende Juli das Angebot der Stadt Halmstad dort mein Praktikum zu absolvieren!
Ich werde also in Schweden in der beruflichen Rehabilitation und Integration psychisch Erkrankter Menschen auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeiten dürfen.
Für alle Sozialarbeiter, die hier mitlesen, es handelt sich um das IPS (Individual Placement an Support) Konzept aus den USA. Dies wird in Deutschland nur selten umgesetzt und bietet ein sehr spannendes Arbeitsfeld.

Nachdem wir vielfach im Internet nach einer möblierten Wohnung ( möblerad lägenheter) gesucht haben, hatten wir ein bezahlbares Ferienhaus gefunden. Dort darf nach einem sehr netten Telefonat mit dem Vermieter sogar unser Hund mitkommen. Das ist in Schweden nicht soo üblich.

Es erwarten uns also 95 qm auf 3 ZKB verteilt in einem eigenen kleinen Haus... und zum neidisch machen... es sind 500 Meter bis zum Meer!

Die Kinder : Sie werden eine kleine, sehr schöne und behindertengerechte ( ja.. nicht inklusion, sondern tatsächlich auch Rollstuhlgerecht etc ) schwedische Grundschule besuchen.
Mit der Schule habe ich inzwischen mehr telefoniert als mit dem Praktikumsgeber, denn hier ist tatsächlich das meiste zu planen! Es bleibt zu erwähnen das unsere Tochter in Schweden nichtmal schulpflichtig wäre. So mussten wir erstmal klären, ob sie dort zur Schule gehen darf!
Nun wird es so sein : Beide Kinder werden am 2. Tag unseres Aufenthaltes mit uns zur Direktorin gehen, dort wartet eine Integrationshelferin und ein Dolmetscher. Wir werden anhand von Gesprächen und den deutschen Schulbüchern klären, in welche Klassen unsere Kinder eingestuft werden.
Die Klassenlehrerinnen hier in Deutschland bereiten die gesamte Klasse auf den Aufenthalt unserer Kinder in Schweden vor, so daß unsere Kinder berichten, sie hätten einen schwedischen Tannenbaumtanz gelernt.

Wir sind nun also gespannt, ob der Dinge, die da kommen werden.

Fortsetzungen folgen...

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